Archive for Mai, 2008

Korsika: Calanches

Donnerstag, Mai 22nd, 2008

Vor die Tour haben uns die Straßenbauer Korsikas erstmal drei Stunden Busfahrt gestellt; von der Strecke her wär’s ja nicht so lang, aber je weiter man Richtung Porto kommt, desto enger wird es … aber unser Busfahrer Dieter fährt gewohnt gelassen und souverän und lässt sich auch vom hupenden Gegenverkehr nicht aus der Ruhe bringen.

Begegnung am Straßenrand

Wir steigen aus dem Bus und nehmen als erstes den „Maultierweg“ in Angriff. Hier zeigt sich gleich, was die Calanches so berühmt macht: Rötliches und an vielen Stellen bizarr geformtes Gestein. Die Fotoapparate bekommen ordentlich Arbeit … dass wir zur richtigen Jahreszeit da sind, zeigt sich auch hier wieder an den überall üppig blühenden Sträuchern.

Am Maultierweg

Nach dem Abstieg über einen schattigen Weg erreichen wir wieder die Hauptstraße, der wir kurz folgen, bevor wir abbiegen und den Aufstieg zum „Corniche-Weg“ nehmen, der uns zunächst recht verwachsen, dann über freie Felsen zu einer Aussichtshöhe führt. Zist-Rosen, Ginster, Orchideen … wir machen Rast auf der Anhöhe und genießen die Umgebung. Der Abstieg gestaltet sich dann leider gar nicht schön: Er ist total zugewachsen und führt in vielen Serpentinen ohne jede Sicht hinunter zur Straße.

Der Hundekopf

Dort gehen wir ein Stück hinauf und erreichen den sogenannten „Hundekopf“ – ein kurzer Blick, und der Name des Felsens erschließt sich sofort … wir gehen weiter Richtung „Chateau Fort“ und müssen feststellen, dass die Touristen (ob Korsen oder andere) die nähere Umgebung des Hundekopfes als Freilufttoilette missbrauchen. Da könnte sich das Tourismusbüro mal Gedanken machen … weiter hinten wird’s aber gleich wieder besser. Wir wandern vorbei an bizarren Felsformationen, und je nach Lichteinfall sieht jeder andere Figuren oder Tiere darin: Hunde, Elefanten, Eidechsen … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Am Ende des Wegs machen wir an einer Felsplattform Rast und schauen auf das „Chateau Fort“, einen riesigen, vom Hauptplateau abgespaltenen Felsblock in Form einer Festung. Wir genießen den Ausblick auf die Felsbastion und den Tiefblick in den Golf von Porto mit seinem tiefblauen Wasser.

Rast am Chateau Fort

Wir gehen am selben Weg zurück, der sich aber dennoch verändert zu haben scheint: Unterschiedlicher Lichteinfall bringt wieder andere Felsfiguren zum Vorschein, und wenn man etwas rumkraxelt, bekommt man noch mehr zu sehen … wir erreichen wieder den Hundekopf, wo uns nach kurzer Wartezeit der Bus mit Reini und seinen „Capu-Rossu“-Leuten abholt.

Welches Tier?

Mit dabei waren: Günther, Agnes, Maria, Bernhard, Hans, Erika, Lydia, Beate, Dieter, Toni, Maria, Sonja, Robert, Fridl, Birgit, Adi, Sonja, Silvia, Ingrid, Irmgard, Erika, Christa, Sepp, Friederike, Harro und Schorsch

Tourenleitung: Hans Sterr unter Mithilfe von Rudi Hofschaller und Günter Hein

Bericht: Hans Sterr

Ein korsischer Traum: Alpenkranzl pflegt Partnerschaft mit Bastia

Mittwoch, Mai 14th, 2008

03.-12. Mai 2008 – Eine absolut gelungene Reise anlässlich des 85jährigen Vereinsjubiläums nach Korsika und dort zur Partnerregion Bastia hat das Alpenkranzl absolviert. Korsika präsentierte sich dabei in Bestform: Vom traumhaften Wetter bis zur gerade in voller Blüte stehenden Landschaft zog die Insel im Mittelmeer alle Register ihrer Schönheit. Die sehr gute Unterbringung in den Bungalows des Feriendorfs „Zum störrischen Esel“ in Calvi und die entwaffnende Gastfreundschaft der Korsen taten ihr übriges, die Reise zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Nach der doch sehr langen Anreise per Linner-Bus und der Fährüberfahrt von Livorno nach Bastia stand den 62 Alpenkranzlern eine volle Programmwoche bevor: Mit Wanderungen an der Küste entlang der Klippen, Touren in die Felsszenerie des Cirque de Bonifatu (inklusive waghalsiger Überwindung schwankender Hängebrücken), entlang der beeindruckenden Westküste, einem Ausflug in die Wunderwelt der Calanche und vielen anderen Zielen waren fast täglich jede Art von Unternehmungen angeboten. Ein besonderes Lob von Reise-Organisator Hans Sterr bekamen deshalb die Tourenleiter Rudi und Silvia Hofschaller, Reinald Zölch, Leo Rauschecker, Hans Kratzer und Günter Hein.

Am meisten gefreut haben sich die Kranzler dann über das Treffen mit dem Alpenverein Bastia/Haute-Corse. Die Korsen hatten dazu eine landschaftlich fantastische „Panorama“-Bergtour in das Manica-Tal organisiert, einem Seitenzweig des Asco-Tals. Angeführt vom Vorsitzenden, Phillippe Ollandini, luden uns die Korsen am Treffpunkt erstmal zu einem Café au Lait ein, bevor wir uns dann auf den Weg machten. Mitgebracht hatte Phillippe einige seiner Spitzen-Alpinisten; da wollten sich die Korsen wohl keine Blöße geben gegenüber ihren bayerischen Besuchern … Erstaunlicherweise konnten die Korsen nicht bayrisch; man löste das Problem durch ein Alpinisten-Kauderwelsch aus Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch sowie Händen und Füßen. Kaum zu glauben, wie gut man sich damit unterhalten kann!

Do geht's auffe ...: Ardinger und Korsen beim Aufstieg

Nach dem Aufstieg zum Gipfel an der Schneegrenze (der in den hohen Bergen noch reichlich lag) machten wir Brotzeit, und da hatten sich die Korsen etwas einfallen lassen: Sie präsentierten Spezialitäten wie korsische Wurst, selbst gemachtes Quittengelee und zur Freude der Bayern selbst gebrannten Myrthenschnaps (keine Angst: nur in verträglicher Menge).

Beim Abstieg tauchten dann (zur Verwunderung der Korsen) noch einige Ardinger in den allerdings eisig kalten Manica-Bach. Zurück am Parkplatz, war es dann erneut an den Alpenkranzlern, die Korsen zu überraschen: Noch vor dem Aufstieg hatte man das (vom Weißbräu gesponserte) Erdinger Weißbier im Wildbach kalt gestellt, und nun schenkten die Erdinger den Korsen eine Halbe ein. Manch einer nahm zwar zunächst höchst verwundert das Glas in die Hand, aber nach der Trinkprobe war man sich einig: „Tres bien!“ Die Korsen steuerten noch ein Flasche Muscat und selbst gebackenen Kastanienkuchen bei, und fertig war das wunderbare Waldpicknick. Als dann der Alpenkranzl-Vorsitzende Hans Sterr den Korsen noch den Landkreis-Krug und französisch-sprachige Informationen über den Landkreis Erding überreichte, war die Verbrüderung nicht mehr aufzuhalten. So sollten europäische Partnerschaften aussehen!

Bayerisches Weißbier: Tres bien!

Die Alpenkranzler absolvierten auf der Heimreise noch eine Stadtbesichtigung in der Inselhauptstadt Bastia, wo ihnen Phillippe Ollandini noch einen Kletterführer überreichte. Die Korsen hatten bislang keinen Gedanken daran verschwendet, einmal nach Deutschland zu kommen, aber jetzt denken sie scharf darüber nach. Noch ein schöner Erfolg des Treffens Erding-Bastia!

Dass die Partnerschaft Bastia-Erding aber durchaus noch ausgebaut werden kann, zumindest in Details, zeigte sich an einem am Rathaus von Bastia befestigten Schild, das die Partnerstädte aufzählt: Dort werden wir als ERDLING geführt …

na ja, na ja ...

Eine besondere Erwähnung verdient hat an dieser Stelle noch der Busfahrer Dieter Weiss: Er hat die Kranzler nicht nur sicher und wohlbehalten nach Korsika und wieder nach Hause gebracht, sondern er hat vor allem die Prüfungen durch die Straßen Korsikas mit Bravur bestanden, denn die sind zum Teil alles andere als für große Busse geeignet. Speziell mit der Fahrt zum Cirque de Bonifatu, wo oftmals nur Zentimeter über das Durchkommen entschieden, hat er sich das „Große Korsika-Diplom für Busfahrer“ (und den Dank der Mitfahrer) erworben!

Korsika-Diplom

Korsikafahrt Mai 2008

Mittwoch, Mai 14th, 2008

Korsika — wunderbar blühendes Gebirge im Meer
Touren — prächtig, zu Berg, der Küste entlang oder im Meer
Teilnehmer — alle gut drauf, ob dynamisch am Berg oder in Ruhe genießend
Führer — besonnen, gebend und fordernd

Welch ein herrlicher Urlaub.

Danke Teilnehmer !
Danke Verein !
Danke Organisatoren !
Danke Mitwirkende !
Danke Hans !