Freitag bis Sonntag, 22.-24. August 2008
Alphorn und Berg das geht natürlich. Aber Jazz und Berg? Das geht, wie sich bei unserer Tour zum Jazzfestival in Saalfelden herausstellte, sogar ausgezeichnet obwohl der Tourenleiter zunächst etwas skeptisch war, ob sich genügend Teilnehmer/innen für diese Premiere anmelden würden. Aber schließlich wollten sechs Kranzler/innen sich das nicht entgehen lassen, und so ging es freitags früh los. Zunächst steuerten wir unsere Unterkunft, einen Bauernhof nahe Saalfelden an, wo wir eine Ferienwohnung und ein Zimmer bezogen. Dann ging es auch schon zur ersten Bergtour: Über den Saalachtaler Höhenweg bestiegen wir den Durchenkopf, 1750m hoch und mit einer schönen Aussicht zum Steinernen Meer und zum Hochkönig ausgestattet, die wir ausgiebig genossen.
Um einen Rundweg zu nutzen, stiegen wir vom Gipfel nicht über den Aufstiegsweg ab, sondern nahmen Kurs Richtung Leogang und dann entlang des Höhenzuges (mit ordentlich Gegenanstieg) zurück zu unserem Ausgangspunkt Huggenberg-Alm. Jetzt pressierte es auch schon ein bisserl, denn das erste Konzert auf der City-Stage (österreichisch für Stadt-Bühne) am Saalfeldener Rathausplatz wartete auf uns. Die Schweizerin Erica Stucky war bei unserem Eintreffen dann auch schon voll in ihrem (und unserem) Element und bot ein Feuerwerk an Gesang und Instrumentalem, unter anderem mit Benutzung einer Schneeschaufel als Percussion-Instrument. Schweizer Humor und abwechslungsreiche Musik das Ergebnis ist die Bewertung erste Klasse!
Nach kurzer Umbaupause traten als nächstes die Salzburger Band The Merry Poppins auf. Sie pflegen einen melodiöseren Stil. Auch sie konnten uns voll überzeugen, insbesondere der Sänger, dem man diese volle Stimme nicht zugetraut hätte.
Nachdem wir also jazzmäßig gut bedient worden waren, machten wir uns auf den Heimweg. Da wir ja eine Ferienwohnung mit gut ausgestatteter Küche bewohnten, wurde nun groß aufgekocht: Spaghetti mit Gemüse-Sauce und Salat stand auf dem Programm der Küchenchefin Sabine. Wir haben ordentlich zugelangt
Anderntags wollten wir eigentlich ein Almkonzert besuchen, aber was sich über Nacht mit einem Sturm schon angekündigt hatte: Es regnete wie aus Kübeln. Wir beschlossen deshalb, die Bergtour ausfallen zu lassen und uns ganz dem Jazz zu widmen. Ein guter Plan, wie sich herausstellen sollte: Beide Gruppen des Tages waren fantastisch. Zunächst die ungarische Kerekes Band, danach die polnische Warsaw Village Band wir waren schon fast froh, dass das Wetter schlecht war, sonst hätten wir diese Highlights versäumt den Nachmittag verbrachten wir getrennt: Drei von uns besuchten weitere Konzerte, während die anderen einen Saalfelden-Bummel unternahmen.
Am Abend wurde wieder aufgekocht; Eva-Maria war diesmal die Herrin über die Töpfe, Sahne-Geschnetzeltes mit Reis das Ergebnis. Nach ausgiebigem Essen spielten wir dann Uno, einige nach kurzer Anlernphase. Diese Kartenrunde dürfte wohl eine der lautesten des Jahres gewesen sein wir spielten, bis wir Tränen in den Augen hatten. Fast schade, dass man irgendwann auch mal ins Bett muss
denn am nächsten Tag stand ja wieder eine Bergtour auf dem Programm: Nachdem wir unser Quartier geräumt hatten, fuhren wir nach Leogang und dort mit der Asitz-Bahn zur Alten Schmiede, wo eines der Almkonzerte stattfinden sollte. Die Gruppe Stelzhamma verbindet Jazz sehr originell und gekonnt mit Volksmusik, und die launigen Ansagen der Band trugen zu unserer guten Laune weiter bei.
Nach dem Konzert machten wir uns zu Fuß an den Abstieg, und nach Begegnungen mit schlafenden Kühen und zutraulichen Schafen erreichten wir den Parkplatz, wo wir uns verabschiedeten und auf die Heimreise machten. Fazit: Do kamma wieda hifahrn !
Für Leute mit schneller Datenleitung gibt’s hier weitere Bilder!
Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr
TeilnehmerInnen: Sabine Plöderl, Sonja Schupsky, Erika Wenhart, Wolfgang Stark
Küchenchefinnen: Eva-Maria Wolpert, Sabine Sautter