Ratsch-Bladl Archiv – DAV Alpenkranzl Erding Alpenkranzl-Informationen 11/2006-05/2009

22.5.2008

Korsika: Sonnenuntergang an der Punta Revellata

Filed under: Korsika,Tourenberichte — admin @ 13:38

Eigentlich sollte uns diese Korsika-Abschieds-Tour ja an die Kirche Notre Dame de la Serra führen, aber da hätten wir entweder auf das Essen oder die Sonne verzichten müssen: Essenszeit und Sonnenuntergang waren nicht kompatibel … so sind wir dann mit dem Bus durch Calvi gefahren (irrtümlicherweise durch die Stadt, aber der Dieter mag inzwischen enge Straßen) und hinaus an die Punta Revellata, wo wir es uns unweit der Straße bequem gemacht haben.

Erfreulicherweis hat uns trotz Wetterumschwungs die Sonne dann auch noch den Gefallen getan, zum Abschied eine schöne Färbung anzunehmen, und so konnten wir bei einem netten Ratsch und auch einem Glaserl Wein, das sich etliche Teilnehmer mitgebracht hatten, die Sonne im Meer versinken sehen.

An der Punta Revellata

Mit dabei waren: fast alle

Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr

Korsika: Von Lumio nach Algajola

Filed under: Korsika,Tourenberichte — admin @ 12:40

Eigentlich ist diese Wanderung ja berühmt für ihre schönen Aussichtspunkte auf die Küste und das in dunklem Blau schillernde Meer. Für uns zeigte sich aber darüber hinaus, dass dieser Weg im Frühjahr besonders lohnend ist, weil wir praktisch am ganzen Wegverlauf entlang eines wahren Blütenmeeres wanderten.

Als uns der Bus in Lumio absetzt, gehen wir erstmal im Ortsladen einkaufen, wo wir den korsischen Spezialitäten und süßem Gebäck nicht widerstehen können. Danach geht es am oberen Ortsrand erstmal relativ steil hinaus, immer entlang von blühendem Ginster und Mohnblumen, Zyst-Rosen und wildem Lavendel. Etwa nach 200 Höhenmetern erreichen wir den Sattel zwischen Capu Bracajo und Capu d’Occi, zwei Felsbergen, die aus der Macchia herausragen. Wir beobachten Raubvögel, die wir zunächst für Adler halten, die wir aber später als Gabelweihen (auch: Roter Milan) identifizieren. Solche Vögel werden uns heute praktisch am ganzen Weg begleiten.

Vom Sattel geht es nun ein ganzes Stück fast eben dahin, vorbei an Viehweiden (mit für korsische Verhältnisse außerordentlich gut genährt wirkenden Kühen) und der Kapelle Notre Dame de la Stella, die aber leider verschlossen ist (und deren Umgebung die Kühe eindeutig in Besitz genommen haben). Immer wieder muss der Fotoapparat gezückt werden, um das Farbenspiel der blühenden Blumen und Sträucher festzuhalten.

Bunter Wegesrand

Über ein steil zum Ort abfallendes Straßenstück erreichen wir Lavatoggio; auch hier können wir die Kirche nur von außen besichtigen. Wir folgen der Straße durch den malerischen Ort und müssen dann auch leider entlang der Hauptstraße etwa einen Kilometer bis Cateri, wo wir die Straße wieder verlassen und den am Ende des Ortes gelegenen Aussichtshügel erklimmen. Dort bietet sich auch ein gutes Gruppenfotomotiv, weshalb der Tourenleiter die Gruppe vorschickt, um sich auf einer Felsplattform aufzustellen. Dass dabei die Resi zur „rußigen Resi“ werden würde, hat der Tourenleiter (ehrlich!) nicht geahnt; wer kann auch wissen, dass sich in der Macchia die verkohlten Reste von Waldbränden verbergen …? Na ja: Irgendwer wird die Hose schon wieder waschen!

Gruppenbild mit Rußiger Resi

Wir genießen den schönen Ausblick, die Pflanzenpracht und die bizarren Felsformationen um uns herum und machen Brotzeit; von Birgit gibt’s leckeren, selbst gemachten Kuchen. Sauber, Birgit!

Nach etwa einer Dreiviertelstunde setzen wir unseren Weg fort, aber nicht wie im Tourenvorschlag eigentlich geplant hinunter nach Aregno, sondern entlang des Kammes direkt weiter Richtung Sant’ Antonino, das in einiger Entfernung schon ab und an zu sehen ist. Da wir teilweise weglos gehen, kommt der eine und vor allem die andere ab und zu fast mal „unters Kraut“. An manchen Stellen wächst der Asfodil (bei uns „Jungfernlilie“) so hoch und dicht, dass wir uns an den Dschungel erinnert fühlen. Schließlich aber erreichen wir die Bergstraße nach Sant’ Antonino, nicht ohne dass zum Schluss unsere Wadl noch mal schmerzliche Bekanntschaft mit der Macchia gemacht hätten.

Im Asfodil-Dschungel

Das idyllisch angelegte Bergdorf Sant’ Antonino versetzt uns ins Schwärmen; hier möchte man wohnen … wir belassen es bei einer kleinen Rast und Brotzeit am schattigen Dorfplatz, und dann bringt Kellner Hans noch Wein und Bier: Was will man mehr?

Sant'Antonino

Wir beschließen, über Pigna, ein kleines Künstlerdorf, nach Algajola abzusteigen. Wir folgen einem idyllischen, manchmal tunnelartig zugewachsenen Weg hinunter, wo wir auf die Hauptstraße treffen, der wir leider ein gutes Stück bis Pigna folgen müssen. Der Ort selbst enttäuscht uns dann eher; er ist zwar malerisch und hat mache schöne Ecke, aber die in den beiden offenen Läden angebotene Keramik ist eher 0815-Touristenware denn künstlerisch. Ja mei … der weitere Weg ist schön zu gehen, mit Steinmauern gesäumt und schattig. Schließlich erreichen wir ein Stück vor Algajola die Hauptstraße, wo uns unser Busfahrer nach kurzem Telefonat abholt.

Farbenpracht

Mit dabei waren: Sonja, Birgit, Erika, Resi, Maria, Ingrid, Irmgard, Günther, Hans und Toni

Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr

Korsika: Carrozzu-Hütte und Spasimata-Hängebrücke

Filed under: Korsika,Tourenberichte — admin @ 12:31

So groß war das Interesse der Kranzler, an den Touren im Cirque de Bonifatu teilzunehmen, dass unser Bus gar nicht ausreichte; zwei Mietwagen mussten noch her, um alle zum Ausgangspunkt transportieren zu können. Und dann wäre es noch fast an der engen Straße gescheitert: Nur um Zentimeter brachte unser Busfahrer Dieter Weiß den Bus durch die diversen Nadelöhre. Sauber Dieter!

Dann teilen sich die Gruppen auf; zwei davon nehmen den Weg zur Carrozzu-Hütte. Dazu folgen wir zunächst immer dem Figarella-Bach entlang eines schattigen Waldweges. Eine Hängebrücke bietet eine erste „Prüfung“, vor allem, nachdem Harro eine der Verankerungen rausgerissen hat (geht schon wieder).

Ho ruck!

Weiter oben müssen wir den Bach überqueren, was fast allen gut gelingt. Nur wenn es einer zu sehr pressiert, rutscht sie ab und badet Füße und vor allem Schuhe ausgiebig im Bach. Wir verraten aber niemandem, wer das war, gell Ingrid?

Bach-Kraxelei

Auf dem Weiterweg dann erstmal Gekreische: Auf einem Felsen vor uns findet sich ein richtiges Knäuel stachelbewehrter Schmetterlingsraupen; unsere Schmetterlingsraupenkenner identifizieren sie als Prozessionsspinner. Und tatsächlich: Einige Meter weiter ist die Prozession in vollem Gang. Eine Raupe an der anderen marschieren sie in meterlangen Schlangen dahin, bis sie irgendwo am Ende eines Astes am Baum sich einspinnen und verpuppen.

Prozessions-Spinner

Wir machen kurze Rast am über Felsblöcke rauschenden Bach und setzen danach unseren Weg fort. An einer Weggabelung gehen wir zunächst noch nicht zur Hütte, sondern weiter Richtung Spasimata-Bach, den wir nach leichter Kraxelei erreichen. Dort wartet als Schmankerl die Mutprobe des Tages auf uns: Die Überquerung der schwankenden Hängebrücke, die zunächst von einigen skeptisch beäugt wird: „Da soll i umi …?“. Aber schließlich fassen sich doch alle ein Herz. Schnell drüber zu laufen lohnt aber nicht: Denn dann wackelt die Brücke erst recht wie ein Kuhschweif … Wir machen auf einer sonnigen Felsplatte am Hochufer Rast und lassen es uns gut gehen; nur der Tourenleiter wird mit Ziegenkäse gefoltert …

Auf der Spasimata-Hängebrücke

Danach führt uns der Weg wieder zurück über die Brücke und nun in leichtem Anstieg bis zur Carrozzu-Hütte. Die Hütte ist zwar offen, aber leider nur für Selbstversorger, was bedeutet, dass das Gipfelbier heute ausfällt. Es zieht uns deshalb schneller als geplant wieder in Richtung Tal, und da sich das hinzieht, staunt doch so manche/r: So weit sind wir aufgestiegen …?

Wir erreichen den Parkplatz und die Gaststätte, dort, wo 0,4 Liter Bier nur 6,50 Euro kosten; das ist günstig! In Calvi muss man 7,20 zahlen!

Im Cirque de Bonifatu

Mit dabei waren: Alex, Petra, Friederike, Harro, Beate, Dieter, Maria, Toni, Hans, Birgit, Hans, Ingrid, Irmgard, Marianne und Schorsch

Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr

Korsika: Calanches

Filed under: Korsika,Tourenberichte — admin @ 12:25

Vor die Tour haben uns die Straßenbauer Korsikas erstmal drei Stunden Busfahrt gestellt; von der Strecke her wär’s ja nicht so lang, aber je weiter man Richtung Porto kommt, desto enger wird es … aber unser Busfahrer Dieter fährt gewohnt gelassen und souverän und lässt sich auch vom hupenden Gegenverkehr nicht aus der Ruhe bringen.

Begegnung am Straßenrand

Wir steigen aus dem Bus und nehmen als erstes den „Maultierweg“ in Angriff. Hier zeigt sich gleich, was die Calanches so berühmt macht: Rötliches und an vielen Stellen bizarr geformtes Gestein. Die Fotoapparate bekommen ordentlich Arbeit … dass wir zur richtigen Jahreszeit da sind, zeigt sich auch hier wieder an den überall üppig blühenden Sträuchern.

Am Maultierweg

Nach dem Abstieg über einen schattigen Weg erreichen wir wieder die Hauptstraße, der wir kurz folgen, bevor wir abbiegen und den Aufstieg zum „Corniche-Weg“ nehmen, der uns zunächst recht verwachsen, dann über freie Felsen zu einer Aussichtshöhe führt. Zist-Rosen, Ginster, Orchideen … wir machen Rast auf der Anhöhe und genießen die Umgebung. Der Abstieg gestaltet sich dann leider gar nicht schön: Er ist total zugewachsen und führt in vielen Serpentinen ohne jede Sicht hinunter zur Straße.

Der Hundekopf

Dort gehen wir ein Stück hinauf und erreichen den sogenannten „Hundekopf“ – ein kurzer Blick, und der Name des Felsens erschließt sich sofort … wir gehen weiter Richtung „Chateau Fort“ und müssen feststellen, dass die Touristen (ob Korsen oder andere) die nähere Umgebung des Hundekopfes als Freilufttoilette missbrauchen. Da könnte sich das Tourismusbüro mal Gedanken machen … weiter hinten wird’s aber gleich wieder besser. Wir wandern vorbei an bizarren Felsformationen, und je nach Lichteinfall sieht jeder andere Figuren oder Tiere darin: Hunde, Elefanten, Eidechsen … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Am Ende des Wegs machen wir an einer Felsplattform Rast und schauen auf das „Chateau Fort“, einen riesigen, vom Hauptplateau abgespaltenen Felsblock in Form einer Festung. Wir genießen den Ausblick auf die Felsbastion und den Tiefblick in den Golf von Porto mit seinem tiefblauen Wasser.

Rast am Chateau Fort

Wir gehen am selben Weg zurück, der sich aber dennoch verändert zu haben scheint: Unterschiedlicher Lichteinfall bringt wieder andere Felsfiguren zum Vorschein, und wenn man etwas rumkraxelt, bekommt man noch mehr zu sehen … wir erreichen wieder den Hundekopf, wo uns nach kurzer Wartezeit der Bus mit Reini und seinen „Capu-Rossu“-Leuten abholt.

Welches Tier?

Mit dabei waren: Günther, Agnes, Maria, Bernhard, Hans, Erika, Lydia, Beate, Dieter, Toni, Maria, Sonja, Robert, Fridl, Birgit, Adi, Sonja, Silvia, Ingrid, Irmgard, Erika, Christa, Sepp, Friederike, Harro und Schorsch

Tourenleitung: Hans Sterr unter Mithilfe von Rudi Hofschaller und Günter Hein

Bericht: Hans Sterr

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